Hans Caspar Gallati (1633 - 1699) Melchior Gallati, zweifellos ein Glarner, dem 1591 ein Wappen der Stadt verehrt wurde, wurde 1600 mit seinen vier Söhnen Caspar, Balthasar, Rudolf und Fridolin zum Bürger von Wil aufgenommen. Dem ältesten der Söhne, Caspar Gallati, begegnen wir als Kanzleischreiber unter den Schützen von 1607. Er starb 1636. Der zweite Sohn, Balthasar Gallati, wird 1650 als Jahrzeitpfleger, 1659 als Armenkindenpfleger aufgeführt. Er starb 1675. Der ersten Ehe Balthasars mit Katharina Hafner entsproß der am 25. April 1633 getaufte Johannes Gasparus Gallati. Sein Pate war Herr Jörg Renner, Reichsvogt. Er verehelichte sich mit Dorothea Rütin. Aus dieser Ehe gingen 11 Kinder hervor. Als Erstgeborner wurde am 28. März 1659 getauft Joannes Balthasar Gallati, der später in die Fussstapfen seines Vaters als Glasmaler trat. Hans Caspar Gallati wird in den Seckelamtsrechnungen erstmals 1659/60 erwähnt, allerdings nur wegen Flickarbeit: „2 Pfd. 8 s Caspar Gallati dem Schiltbrenner bezahlt, daß er an des Herrn Prälaten von Kreuzlingen Schilt in der hintern Stuben (Rathaus) verdient, auch den ganzen Flügel neu gefaßt und 4 Patrone neu gemalt, wie die von den Buben eingeworfen worden sind". 1660 wurde ihm gnädigst bewilligt, einen durchs Jahr gehenden Zapfen zu haben und Wein auszuschenken". Diese Tätigkeit als Wirt zog ihm in der Folgezeit verschiedene Ver- warnungen zu. In der Seckelamtsrechnung 1666/67) lesen wir: „4 f 3 s Wachtmeister Gallati bezahlt, daß er die Schilt auf der Herrenstube verbessert, etliche Stücke wieder darin gemacht und gschrifft (beschriftet)". Am 4. April 1699 wird „wegen Stadtweibel Hans Caspar Gallatis sel. Verlassenschaft" verhandelt, gestorben ist er gemäss Totenbuch am 22. Mai 1698 . Ueber 40 Arbeiten, teils mit HCG signiert oder sichere unsignierte,  konnten bis heute nachgewiesen werden. So war Hans Caspar Gallati wahrscheinlich von 1661 bis 1687 als Glasmaler tätig. (nach: Boesch, Paul, Die Wiler Glasmaler und ihr Werk, Wil 1949).
STADTMUSEUM WIL